Welche Auffangwannen sind für welche Gefahrstoffe geeignet?

Allgemein, Auffangwannen, Lagertechnik, Vorschriften & Gesetze

Die Lagerung von wassergefährdenden Stoffen erfordert immer besondere Sorgfalt und Schutzmechanismen, um die Umwelt und Mitarbeiter vor einer Kontamination im Fall einer Leckage zu schützen. Gesetztlich sind Auffangwannen vorgeschrieben, die dann verwendet werden müssen. Wenn es dann um den Kauf einer oder mehrerer neuer Auffangwannen geht, spielt der zu langernde Gefahrstoff bei der Auswahl des Materials der Auffangwannen eine zentrale Rolle. Am Markt sind Auffangwannen aus Stahl, Edelstahl oder Kunststoff erhältlich; GFK ist in dem Bereich der Auffangwannen noch ein relativ neuer Werkstoff, wird aber ebenfalls immer beliebter. Doch nicht jedes Material ist für die Lagerung aller Gefahrstoffe geeignet, so dass der heutige Beitrag einen Überblick gibt, welche Materialien für welche Gefahrstoffe in Frage kommen.

Beim Kauf von Auffangwannen die wichigsten Kriterien: Größe und Material

Beim Kauf einer Auffangwanne sind die Größe und das Material zwei Kriterien, die maßgeblich für die Auswahl sind. Das notwendige Mindestvolumen, das die Auffangwanne besitzen muss und das Material, aus dem eine Auffangwanne gefertigt wird. Die Größe von Auffangwannen wird in der Regel durch die verschiedenen Vorschriften festgelegt.

Zu lagernder Gefahrstoff bestimmt das Material

Bei der Wahl des Materials für die Auffangwanne spielt in der Regel die Größe nicht die entscheidende Rolle, denn im Prinzip sind alle Auffangwannen-Größe in allen Materialen erhältlich. Der Markt für Auffangwannen bietet vier Materialien, die sich in der Industrie etabliert haben – Stahl, Edelstahl, Kunststoff (Polyethylen) und GFK (Glasfasverstärkter Kunststoff). Aufgrund chemischer Eigenschaften eignen sich nicht alle Materialien für die Lagerung von allen Gefahrstoffen, so dass die zu lagernden Gefahrstoffe maßgeblich die Auswahl der Auffangwanne bzw. deren Material beeinflussen. Ein detaillierter Vergleich der Auffangwannen zeigt, welche Werkstoffe für die Lagerung welcher Gefahrstoffe geeignet sind:

Überblick: Welche Gefahrstoffe können in welchen Auffangwannen gelagert werden

Auffangwannen aus Stahl Auffangwannen aus Edelstahl Auffangwannen aus Kunststoff /PE Auffangwannen aus GFK
Altöl (brennbar, Flammpunkt >55°C) Ja Ja Nein Ja
Diesel / Heizöl (brennbar, Flammpunkt >55°C) Ja Ja Nein Ja
Nitro, Benzin (hochentzündlich bis entzündlich) Ja Ja Nein Nein
Säuren bis Konz. 20%, Batteriesäure 37%ig Nein (nur mit speziellem Einsatz) Ja Ja Ja
Säuren bis Konz. 10%, Fixierbäder, Salzlösungen mit pH-Wert von 6-8 Nein (nur mit speziellem Einsatz) Ja Ja Ja
Karbonsäuren (Konz. >10%; außer Ameisensäure) Nein Nein Nein Nein
Laugen mit pH-Wert >8 Nein (nur mit speziellem Einsatz) Ja Ja Nein
Laugen mit pH-Wert 7-8 Ja Ja Ja Ja

Wie in der Tabelle ersichtlich, kann man sich teilweise auch behelfen, wenn bspw. aggressive Säuren oder Laugen auf einer Stahlwanne gelagert werden sollen. Diese kann man dann mit einem speziellen Einsatz aus Polyethylen erweitern, so dass die Säure oder Lauge nicht direkt mit dem Stahl in Kontakt kommt.

Wichtig: Auf das Übereinstimmungssymbol achten

Unabhängig vom gewählten Material und dem Volumen müssen alle in Deutschland alle eingesetzten Auffangwannen über die notwendige Zulassung verfügen. Diese ist für sowohl für Kunststoff-Auffangwannen wie auch für Stahl-Auffangwannen erkennbar am sogenannten Übereinstimmungssymbol (Ü-Zeichen), vergeben vom DIBt. Für Stahl-Auffangwannen wird diese Zulassung in der Stahlwannen-Richtlinie StawaR geregelt, für Kunststoff-Auffangwannen wird diese Zulassung direkt vom DIBt vergeben. Ebenso müssen im Einsatz befindliche Auffangwannen regelmäßig geprüft werden – weitere Informationen zur Prüfung von Auffangwannen finden Sie hier.